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neuer Buntfarbenanstrich (Zweifarbanstrich) bzw. Anstrich dunkelgrau/dunkelbraun

 

 

 

 

 

Am 12. Juli 1937 wurde ein neuer Anstrich für das Heeresgerät eingeführt. Dieser bestand aus den Farbtönen Dunkelgrau und Dunkelbraun. Die Farbtöne Dunkelgrau Nr. 46 (heute RAL 7021) und Dunkelbraun Nr. 45 (heute RAL 7017) aus der Farbenkarte 840 B 2 RAL wurden erstmals in der AHM Nr. 686 vom 7.11.1938 genannt. Nach einer Liste vom RAL wir der braune Farbton aber als Braun RAL 8002 (heute RAL 0704030!) bezeichnet. Da aber Braun RAL 8002 dem Farbton Erdgelb Nr. 17 des dreifarbigen Buntfarbenanstrichs entspricht, erscheint diese Angabe zweifelhaft. In den verschiedenen Allgemeinen Heeresmitteilungen (AHM), in denen Details des Anstrichs des Heeresgeräts veröffentlicht wurden, wird dieser neue Anstrich unterschiedlich bezeichnet. So ist einmal die Rede vom Gerätanstrich dunkelgrau / dunkelbraun (AHM Nr. 687, 1938), dann vom neuen Buntfarbenanstrich (Zweifarbenanstrich) (AHM Nr. 105, 1939) aber auch vom Anstrich dunkelgrau / dunkelbraun (AHM Nr. 864, 1940 & AHM Nr. 281, 1941). Ob es für diesen und die anderen Tarnanstriche verbindliche Namen gab, konnte noch nicht geklärt werden.
Zunächst galt der neue Anstrich nur für Gerät aus der Neufertigung und Gerät, bei dem der Anstrich erneuert werden musste. Gerät in den Heereszeugämter, das noch den dreifarbigen Buntfarbenanstrich hatte, wurde in diesem Zustand ausgeliefert.
Der braune Farbton sollte zu etwa 1/3 in unregelmäßigen Flecken über die graue Grundfarbe gesprüht werden. Scharfe Abgrenzungen sollten dabei vermieden werden. Kleine Flächen sollten nur in einer Farbe, dunkelgrau oder dunkelbraun, lackiert werden. Bei einer notwendigen Erneuerung des Anstrichs sollten Wagenplanen ihre ursprüngliche Farbgebung behalten.
Interessanterweise wurden die zu verwendenden Farbtöne für Floßsäcke und Pontons in der AHM Nr. 70 vom 7. Februar 1938 mit Dunkelgrau Nr. 29 (heute RAL 6008) und Dunkelbraun Nr. 18g (heute RAL 8014) der Farbenkarte 840 B 2 RAL angegeben.
Mit der AHM Nr. 687 vom 7. November 1938 wurde der Anstrich aus Dunkelgrau und Dunkelbraun für das ganze Großgerät des Heeres angeordnet, ohne Rücksicht auf den Zustand des früheren Anstrichs. Nach dieser Anordnung sollten nun auch Wagenplanen und Schutzüberzüge mit dem neuen Anstrich versehen werden. Die Behandlung des noch vorhandenen Geräts in Heereszeugämtern wurde mit der AHM Nr. 105 vom 7. Februar 1939 geregelt. So sollte der neue Buntfarbenanstrich bis zum 30. Juni 1939 durchgeführt werden. Gerät im alten, dreifarbigen Buntfarbenanstrich, durfte bis zu diesem Termin noch ausgegeben werden. Die Umlackierung sollte in diesen Fällen durch die Truppe erfolgen. Ab 1. Juli 1939 durften die Heereszeugämter nur noch Gerät im neuen Buntfarbenanstrich (dunkelgrau, dunkelbraun) ausgeben. Ausrüstung von Mob.-Geräteinheiten sollte von der Truppe bis zum 1. Oktober 1939 umlackiert werden. Wegen des Kriegsausbruch mit Polen am 1. September 1939 ist es zweifelhaft ob diese Anordnung noch vollständig durchgeführt werden konnte.
Im Kraftfahrtechnischen Anhang zur AHM Nr. 105 vom 7. Februar 1939 wurden weitere Details zum Anstrich festgelegt. So sollte der Anstrich von handelsüblichen Pkw für höhere Stäbe bei Bestellung individuell festgelegt werden. Krafträder (incl. Beiwagen) und handelsübliche Pkw für Truppenstäbe und Dienststellen sollten einen einfarbigen Anstrich in Dunkelgrau Nr. 46 erhalten. Auch Verdecke, Sitzpolster, Packtaschen etc. sollten in Dunkelgrau Nr. 46 gefärbt sein. Für alle anderen Kraftfahrzeuge galt der Zweifarbenanstrich aus Dunkelgrau Nr. 46 und Dunkelbraun Nr. 45. Verdecke und Wagenplanen sollten ebenfalls den zweifarbigen Anstrich erhalten, Sitze, Rückenpolster etc. nur einen einfarbigen, dunkelgrauen Anstrich.
Stahlhelme waren bis 1940 in Feldgrau Nr. 3 (RAL 6006) lackiert. Mit der AHM Nr. 428 vom 8. April 1940 wurde angeordnet, Stahlhelme aus Tarnungsgründen nun in Schiefergrau matt zu lackieren. Dabei dürfte es sich um den heutigen Farbton Schiefergrau RAL 7015 handeln.

 

 

 

 

 

Mercedes_Benz_L_3000_S_bei_MotorwartungDieser Mercedes Benz Typ L 3000 S hatte den Anstrich in Dunkelgrau Nr. 46 und Dunkelbraun Nr. 45. Auffällig ist die geringe Kontrastwirkung. Vermutlich  ein Grund dafür, warum der braune Farbton später nicht mehr aufgetragen wurde.

 

 

 

 

 

Opel_Blitz_3t_S_Tarnanstrich_TerlistenDer zweifarbige Anstrich in Dunkelgrau Nr. 46 und Dunkelbraun Nr. 45 ist auf diesem nagelneuen Opel Blitz 3,6-36 sehr gut zu erkennen. Schon durch eine leichte Verstaubung des Fahrzeugs kann der zweifarbige Anstrich auf Schwarzweißfotos nahezu unsichtbar werden.

 

 

 

 

 

SdKfz_11_le_Zgkw_3t_&_10,5cm_leFH_18_Krz_in_KaserneAuch auf diesem l. Zgkw. 3t (Sd. Kfz. 11) ist der Anstrich in Dunkelgrau und Dunkelbraun gut anzusprechen.

 

 

 

 

 

SdKfz_7_m_Zgkw_8t_verschmutztDer zweifarbige Anstrich ist auf der Plane dieses
m. Zgkw. 8t (Sd. Kfz. 7) ebenfalls gut anzusprechen. Auf dem Fahrzeug selbst kann man einen Tarnanstrich nur erahnen. Die Farbeffekte, die durch feuchten und getrockneten Schlamm verursacht werden, sind am Vorderrad gut zu sehen. Schon eine dünne Schicht Staub kann die Farbe des Fahrzeuges erheblich heller erscheinen lassen.

 

 

 

 

 

Im Gegensatz zum Heer verwendete die Luftwaffe den helleren Farbton RAL 7016. Es gibt hinweise darauf, dass auch beim Heer hellere Grautöne als RAL 7021 verwendet wurden. Dies könnte u. A RAL 7016 gewesen sein, aber auch hellere Grautöne kommen in Frage. Genaue Farbangaben dieser helleren Farbtöne sind aber reine Spekulation. Denkbar ist auch die Streckung der grauen Farbe mit billigen Weißpigmenten.
Mit der AHM Nr. 864 vom 7.08.1940 wurde angeordnet, dass für die Dauer des Krieges ab sofort nur noch ein Anstrich in Dunkelgraue zu verwenden sei.

 

 

 

 

 

Ford_Eifel_Kabriolimousine_&_m_gl_Einh_PKW_Kfz_17_Funkkraftwagen_bei_Stanzen_14_ID(mot)Diese Pkw des Artillerie Regiment (mot) 14 der 14. Infanterie Division (mot) hatten einen einfarbigen Anstrich aus Dunkelgrau. Der Wagen links ist ein Ford Eifel, der Wagen rechts daneben ist ein Funkkraftwagen (Kfz. 17/1) mit Einheitsfahrgestell für m. Pkw.

 

 

 

 

 

PzBefWg_3_D_bei_Vereidigung_03Wie dunkel der Farbton Dunkelgrau RAL 7021 wirklich war, macht diese Aufnahme eines Panzerbefehlswagen Ausf. D1 deutlich. Anlässlich einer Vereidigung war das Fahrzeug penibel gereinigt worden.

 

 

 

 

 

Mercedes_Benz_Typ_L_3000_S_auf_Brücke_OstfrontBei der Interpretation von alten Farbdias muss man immer vorsichtig sein. Bei diesem Mercedes Benz Typ L 3000 S steht aber außer Frage, dass es sich bei dem verwendeten Grau nicht um den Farbton RAL 7021 handelt, sondern um einen deutlich helleren, vielleicht RAL 7016.

 

 

 

 

 

m_gl_Einh_PKW_Typ40_Kfz_17_FuKw_mit_TarnanstrichDiese Funkkraftwagen (Kfz. 17) mit Einheitsfahrgestell für m. Pkw. wurden mit Schlamm getarnt. Diese Art des Tarnanstriches war nicht sehr haltbar, konnte aber auch leicht wieder erneuert werden. Je nach Einsatzort und Verfügbarkeit von geeigneter Farbe verwendete die Truppe auch andere Tarnanstriche zur Tarnung des Großgeräts.

 

 

 

 

 

SdKfz_232_mit_Tarnanstrich_Südrußland_Sommer_42_PzAA13_13_PDDieser schwere Panzerspähwagen (Fu) (Sd. Kfz. 232) (8 Rad) gehörte zum Kradschützen Bataillon 43 der 13. Panzer Division. Im Jahr 1942 wurden die Panzerspähkompanien bei vielen Divisionen in die Kradschützen Bataillone integriert.
Auf den Basisfarbton Grau RAL 7021 war ein Tarnanstrich von mindestens 2 verschiedenen braunen bzw. ockerfarbenen Farbtönen aufgetragen worden. Solche Tarnanstriche waren 1942 am Südabschnitt der Ostfront weit verbreitet.

 

 

 

 

 

MAN_L_1_&_Ford_3t_&_Opel_Blitz_3tZu Beginn des Krieges erhielt die Wehrmacht unzählige eingezogen Zivilfahrzeuge. Diese Lastkraftwagen hatten bereits Wehrmachts- nummernschilder und taktische Markierungen erhalten, hatten aber noch den zivilen Anstrich. Vielfach blieb den Einheiten vor Beginn der Feldzüge keine Zeit mehr um das zugewiesene, ehemals zivile Großgerät mit einem Tarnanstrich zu versehen. Der Lkw rechts ist ein MAN Typ L1, daneben sind ein Ford V8-51 und ein
Opel Blitz 3,6-36 zu sehen.

 

 

 

 

 

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